
"Lernen ist die Entdeckung dass etwas möglich ist."
Fritz Pearls
Dokumentiert wird, wie Anja Gottwald mit Freunden eine Lernumgebung für 28 Kinder im Alter von vier bis elf Jahren in den Weihnachtsferien geschaffen hat. Eine Woche haben sie von morgens bis abends mehr über Elektizität rausbekommen als in mehreren Jahren der Stundenplan-Schule. Ein Projekt ohne Stundenplan. Es ist allerdings sehr gut vorbereitet: Mit vielfältigem Material, mit einem Raum voller Möglichkeiten und mit unverplanter Zeit. Kinder voller Phantasie zusammen mit Erwachsenen voller Erfahrung, das ergibt eine ungewöhnliche und produktive Choreographie des Lernens. Kopf und Hand arbeiten zusammen. Kopf und Hand sind Pole eines Spannungsfeldes, das in Lehranstalten oft gar nicht zu Stande kommt, geschweige denn aufgeladen wird. Wenn neue Aufgaben auf vorhandenes Wissen stoßen, gibt es Irritationen. Sie sind ein Antrieb die Dinge zu klären. Dann wird gelernt. Wenn aber das Handeln bloß vorgesetztem Wissen folgen muss, ist es nur das Ausführen von Kommandos. Neben dem Forschen und Experimentieren hat auch das Üben seinen Platz. Üben heißt Dinge zu wiederholen und sie dabei zu variieren. Sie sich anverwandeln. Üben ohne dabei variieren zu dürfen kann eine Strafe sein. Aber eine Sache jedes Mal etwas anders zu machen und sie so kennen zu lernen, das kann ein Glück sein.